Auffahren auf unbeleuchtete Hindernisse oder Fahrzeuge bei Dunkelheit - Sichtfahrgebot - liegengebliebene Fahrzeuge - Panne - Geschwindigkeit - Warnblinkanlage - Warnblinklicht - Standspur
 

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Auffahren auf unbeleuchtete Hindernisse oder Fahrzeuge bei Dunkelheit


In der Regel ist davon auszugehen, dass der Auffahrende auch dann den Unfall verschuldet hat, wenn zur Unfallzeit Dunkelheit herrschte. Wegen der Geltung des Sichtfahrgebots spricht hierfür regelmäßig der Anscheinsbeweis.

Jedoch ist der Anscheinsbeweis bei Dunkelheit leichter durch atypische Fallgestaltungen zu erschüttern als bei Tageslicht.







Gliederung:





Allgemeines:

  • Stichwörter zum Thema Auffahrunfälle

  • Auffahren auf Hindernisse

  • BGH v. 27.06.1972:
    Den Kraftfahrer, der bei Nacht auf ein unbeleuchtetes und nicht bewegtes Hindernis auffährt, trifft regelmäßig ein Verschulden an diesem Unfall. Dieser Grundsatz gilt jedoch nicht ohne weiteres bei Hindernissen, die frei in den Luftraum über der Verkehrsfläche hineinragen.

  • OLG Hamm v. 08.10.1986:
    Zum Anscheinsbeweis für die Unfallursächlichkeit, wenn ein Fahrzeug im Dunkeln unbeleuchtet auf der Fahrbahn abgestellt wird und ein Verkehrsteilnehmer darauf auffährt und über das Mitverschulden des auf ein stehendes Fahrzeug Auffahrenden, der seine Verhaltensweise nicht den Sichtverhältnissen anpaßt.

  • OLG München v. 07.06.1983:
    Anscheinsbeweis gegen den Führer eines bei Dunkelheit abgestellten unbeleuchteten Pkw außerorts; hälftige Mithaftung bei überhöhter Geschwindigkeit des Auffahrenden.

  • OLG Frankfurt am Main v. 17.04.2000:
    Zum Anscheinsbeweis gegen einen Kraftfahrer, der mit dem Pkw nachts auf einen an einer Steigung mit 50 km/h auf der rechten Fahrspur einer Bundesautobahn vorausfahrenden Lkw, dessen rechte Schlussleuchte mit einer 5 Watt-Birne bestückt ist, auffährt, und zum Sichtfahrgebot auf Autobahnen bei Dunkelheit.

  • OLG Celle v. 29.11.2005:
    Grundsätzlich spricht der Anscheinsbeweis dafür, dass ein Kfz-Führer, der bei Dunkelheit auf ein Hindernis auffährt, entweder zu schnell gefahren ist oder zu spät reagiert hat; jedoch gilt das nicht bei ungewöhnlich schwer zu erkennenden Hindernissen. Versperrt ein Anhänger seitlich unbeleuchteter quer stehender Anhänger die gesamte Fahrspur, haftet der Halter des Anhängers voll.

  • LG Essen v. 25.11.2010:
    Der Unfallgeschädigte, der bei Dunkelheit auf ein Hindernis auffährt, muss sich ein Mitverschulden anrechnen lassen, weil er entweder nicht auf Sicht oder mit unangepasst zu hoher Geschwindigkeit oder unaufmerksam gefahren ist. Auch bei einem groben Fahrfehler des eigentlichen Unfallverursachers kann eine Mithaftungsquote von 1/3 angemessen sein.

  • OLG Frankfurt am Main v. 09.04.2015:
    Kommt bei Dunkelheit ein schleuderndes Fahrzeug quer auf der linken Fahrbahn der Autobahn zum Stehen, haftet ein darauf folgendes Fahrzeug mit einem Anteil von 25 %, wenn der Fahrer nicht die gemäß §§ 3, 18 VI StVO erforderliche, dem Abblendlicht angepasste Geschwindigkeit eingehalten hat.

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