Reparaturschaden - Unfallschaden - Fahrzeugschaden - Vergleichskontrollechnung - 70-%-Grenze - wirtschaftlicher Totalschaden
 

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Reparaturschaden


Von einem Reparaturschaden spricht man, wenn die nach einem Unfall prognostizierten Reparaturkosten niedriger sind als der Wiederbeschaffungswert; hierbei wird der Rest (also der Wert des Unfallfahrzeugs in beschädigtem Zustand) nicht berücksichtigt.

Erst wenn keine konkrete Reparaturdurchführung nachgewiesen, sondern der Schaden fiktiv bzw. abstrakt ("auf Gutachtenbasis") abgerechnet werden soll, muss durch eine sog. Vergleichskontrollrechnung geklärt werden, ob die Reparaturkosten einerseits oder die Summe aus Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert andererseits einen niedrigeren Betrag ergibt; lediglich auf diesen niedrigeren Betrag besteht bei dieser Art der Schadensabrechnung ein Anspruch.







Gliederung:





Allgemeines:

  • Stichwörter zum Thema Reparaturschaden und Reparaturkosten

  • Wann liegt ein Reparaturschaden im Gegensatz zum Totalschaden vor?

  • BGH v. 29.04.2003:
    Der Geschädigte kann zum Ausgleich des durch einen Unfall verursachten Fahrzeugschadens die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts ohne Abzug des Restwerts verlangen, wenn er das Fahrzeug tatsächlich reparieren läßt und weiter nutzt. Die Qualität der Reparatur spielt jedenfalls so lange keine Rolle, als die geschätzten Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigen.

  • BGH v. 23.05.2006:
    Der Geschädigte kann zum Ausgleich des durch einen Unfall verursachten Fahrzeugschadens, der den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigt, die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts ohne Abzug des Restwerts verlangen, wenn er das Fahrzeug - gegebenenfalls unrepariert - mindestens sechs Monate nach dem Unfall weiter nutzt.

  • BGH v. 05.12.2006:
    Lässt der Geschädigte das Fahrzeug reparieren, kann er grundsätzlich Ersatz der Reparaturkosten verlangen, wenn diese den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigen; das gilt auch, wenn er das Fahrzeug nach der Reparatur sofort veräußert.

  • BGH v. 03.03.2009:
    Kommt es beim Kraftfahrzeughaftpflichtschaden für den Umfang des Schadensersatzes darauf an, ob die vom Sachverständigen kalkulierten Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert übersteigen, ist in der Regel auf die Bruttoreparaturkosten abzustellen.

  • AG Nauen v. 08.09.2014:
    Der Geschädigte darf nach dem Unfallgeschehen nicht nur die Reparaturkostenübernahme der beklagten Haftpflichtversicherung, sondern auch das Gutachten des beauftragten Sachverständigen abwarten, um letztlich tatsächlich die Reparatur ausführen zu lassen.

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