Das allgemeine Aufbauseminar nach Verstößen während der Probezeit
 

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Das allgemeine Aufbauseminar nach Verstößen während der Probezeit


Siehe auch Aufbauseminar - Nachschulung - verkehrspsychologische Beratung - Wiederherstellungskurse




Gem. § 2 a Straßenverkehrsgesetz muss sich ein Führerscheininhaber auf Probe einer Nachschulung bzw. einem Aufbauseminar unterziehen, wenn gegen ihn entweder wegen einer schwerwiegenden Straftat oder Ordnungswidrigkeit oder wegen zweier nicht schwer wiegender Straftaten oder wegen zweier nicht schwer wiegender aber mit Punkten bedrohter Ordnungswidrigkeiten eine rechtskräftige Bußgeldentscheidung ergangen ist und wenn die Tatzeiten innerhalb der Probezeit lagen (auch wenn die Probezeit zwischenzeitlich abgelaufen sein sollte).

Die Einordnung danach, ob der Verstoß schwerwiegend oder nicht schwerwiegend ist, erfolgt gem. Anlage 12 zu § 34 Fahrerlaubnisverordnung.





Das Aufbauseminar muss vor der Neuerteilung einer Fahrerlaubnis absolviert bzw. nachgeholt werden, wenn die alte Fahrerlaubnis entzogen wurde
  • in einem Strafverfahren

  • im Verwaltungsverfahren wegen Zuwiderhandlungen während der Probezeit

  • im Verwaltungsverfahren, weil einer Anordnung zur Teilnahme an einem Aufbauseminar nicht nachgekommen wurde.
Die Aufbauseminare dürfen nur von Fahrlehrern durchgeführt werden, die eine entsprechende Erlaubnis nach dem Fahrlehrergesetz haben.

Die Kosten sind regional verschieden; sie belaufen sich auf durchschnittlich etwa 300 €.

Über die Durchführung des Aufbauseminars bestimmt § 35 FeV folgendes:
(1) Das Aufbauseminar ist in Gruppen mit mindestens sechs und höchstens zwölf Teilnehmern durchzuführen. Es besteht aus einem Kurs mit vier Sitzungen von jeweils 135 Minuten Dauer in einem Zeitraum von zwei bis vier Wochen; jedoch darf an einem Tag nicht mehr als eine Sitzung stattfinden. Zusätzlich ist zwischen der ersten und der zweiten Sitzung eine Fahrprobe durchzuführen, die der Beobachtung des Fahrverhaltens des Seminarteilnehmers dient. Die Fahrprobe soll in Gruppen mit drei Teilnehmern durchgeführt werden, wobei die reine Fahrzeit jedes Teilnehmers 30 Minuten nicht unterschreiten darf. Dabei ist ein Fahrzeug zu verwenden, das - mit Ausnahme der Anzahl der Türen - den Anforderungen des Abschnitts 2.2 der Anlage 7 entspricht. Jeder Teilnehmer an der Fahrprobe soll möglichst ein Fahrzeug der Klasse führen, mit dem vor allem die zur Anordnung der Teilnahme an dem Aufbauseminar führenden Verkehrszuwiderhandlungen begangen worden sind.

(2) In den Kursen sind die Verkehrszuwiderhandlungen, die bei den Teilnehmern zur Anordnung der Teilnahme an dem Aufbauseminar geführt haben, und die Ursachen dafür zu diskutieren und daraus ableitend allgemein die Probleme und Schwierigkeiten von Fahranfängern zu erörtern. Durch Gruppengespräche, Verhaltensbeobachtung in der Fahrprobe, Analyse problematischer Verkehrssituationen und durch weitere Informationsvermittlung soll ein sicheres und rücksichtsvolles Fahrverhalten erreicht werden. Dabei soll insbesondere die Einstellung zum Verhalten im Straßenverkehr geändert, das Risikobewusstsein gefördert und die Gefahrenerkennung verbessert werden.
Wird ein zur Nachschulung führender Verstoß noch während der Probezeit begangen (Tattag), dann ist die Anordnung zur Teilnahme am Aufbauseminar auch noch zulässig, wenn die Probezeit abgelaufen ist, es sei denn, der Verstoß ist bereits tilgungsreif.