Umweltzonen und Feinstaubplaketten - Schadstoffklassen - Ausnahmen von Verkehrsverboten
 

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Umweltzonen und Feinstaubplaketten


Siehe auch Umweltzonen - Feinstaubplaketten für emissionsarme Fahrzeuge




Ab 01.01.2008 sind in zunächst drei deutschen Städten (Berlin, Köln und Hannover) sog. Umweltzonen eingeführt worden. Die schrittweise Ausdehnung auf weitere Kommunen ist beabsichtigt.

Dazu mussten entsprechende Zonenanfangs- und Endezeichen sowie das Zusatzzeichen "Freistellung vom Verkehrsverbot" (Z. 270.1 und Z. 270.2) eingeführt werden. Mit den neuen Zeichen ist das bisherige Smog-Zeichen 270 weggefallen.

Die Kfz werden entsprechend der 35. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge mit geringem Beitrag zur Schadstoffbelastung - 35. BImSchV) in Schadstoffklassen eingeteilt und erhalten entsprechend eine Plakette, die deutlich sichtbar an der Windschutzscheibe angebracht sein muss und zum Befahren der entsprechend der Plakettenfarbe freigegebenen Zonen berechtigt.





Es gibt vier Schadstoffklassen:
  • Schadstoffklasse 1:
    alle alten Kfz mit Diesel- oder Benzinantrieb ohne Katalysator;
    diese Fahrzeuge erhalten keine Plakette

  • Schadstoffklasse 2:
    dieselangetriebene Kfz mit den Emissionsschlüsselnummern 25-29, 35, 41, 71;
    diese Fahrzeuge erhalten eine rote Plakette

  • Schadstoffklasse 3:
    dieselangetriebene Kfz mit den Emissionsschlüsselnummern 30, 31, 36, 37, 42, 44 bis 52, 72 und mit der Partikelminderungsstufe PM1 14, 16, 18, 21, 22, 25-29, 34, 35, 40, 41, 71, 77;
    diese Fahrzeuge erhalten eine orangefarbene Plakette

  • Schadstoffklasse 4:
    alle benzinangetriebenen Kfz mit geregeltem Katalysator (G-Kat);
    diese Fahrzeuge erhalten eine grüne Plakette.

Die Feinstaubplaketten können für einen Beitrag von meist 5 € unter anderem bei den Zulassungsbehörden, TÜV, Dekra und den AU-berechtigten Werkstätten erworben werden. Die Erteilung erfolgt auf Grund des Fahrzeugscheins oder Fahrzeugbriefs oder der Zulassungsbescheinigung. Manche Städte lassen auch eine Online-Bestellung zu. Diese wird z. B. auch von der niederländischen TÜV-Nord B.V. für niederländische Fahrzeuge angeboten.

Von den Verkehrsverboten sind folgende Fahrzeuge ausgenommen:
  • Zwei- und dreirädrige Kraftfahrzeuge (Mofas, Roller, Motorräder).
  • Mobile Maschinen und Geräte.
  • Arbeitsmaschinen.
  • Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen (Traktoren etc.).
  • Krankenwagen, Arztwagen mit entsprechender Kennzeichnung im Einsatz zur medizinischen Betreuung der Bevölkerung.
  • Kraftfahrzeuge, mit denen Personen fahren oder gefahren werden, die außergewöhnlich gehbehindert, hilflos oder blind sind und dies durch die im Schwerbehindertenausweis eingetragenen Merkzeichen aG, H oder Bl nachweisen.
  • Fahrzeuge, für die Sonderrechte nach § 35 der StVO in Anspruch genommen werden können (Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz usw.).
  • Fahrzeuge nichtdeutscher Truppen von Nichtvertragsstaaten des Nordatlantikpaktes, die sich im Rahmen der militärischen Zusammenarbeit in Deutschland aufhalten, soweit sie für Fahrten aus dringenden militärischen Gründen genutzt werden.
  • Old- und Youngtimer, die entweder ein H-Kennzeichen haben und somit mindestens 30 Jahre alt sind, oder die mit roter „07er-Nummer“ bewegt werden.
  • Zivile Kraftfahrzeuge, die im Auftrag der Bundeswehr genutzt werden, soweit es sich um unaufschiebbare Fahrten zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben der Bundeswehr handelt.
Die Gemeinden sind ermächtigt, in Ballungsräumen Umweltzonen einrichten, um die Feinstaubbelastung zu verringern. Fahrzeuge, die nicht unter die allgemeinen Ausnahmen fallen, dürfen in die ausgeschilderten Umweltzonen nicht einfahren bzw. sich in ihnen befinden. Gibt ein Zusatzschild Ausnahmen für Fahrzeuge bestimmter Schadstoffgruppe an, dürfen die Fahrzeuge in die Zone einfahren, die eine entsprechende Plakette besitzen, wie sie auf dem Zusatzschild angezeigt wird.

Ein Stufenplan zu den entsprechenden Luftreinhalteplänen sieht eine Ausweitung des Fahrverbots in zeitlichem Rhythmus vor, so dass nach der ersten Stufe (Fahrverbot von Fahrzeugen der Schadstoffgruppe 1) in einer zweiten Stufe auch die Fahrzeuge mit roten Plaketten und in einer dritten Stufe auch die Fahrzeuge mit gelben Plaketten von einem Fahrverbot betroffen sein werden.

Die an Stelle des alten Smog-Zeichens 270 eingeführten Verkehrszeichen haben folgendes Aussehen:


     Zeichen 270-1 (Anfang der Umweltzone)

     Z_270_1 AnfangUmweltzone

     Zeichen 270-2 (Ende der Umweltzone)

     Z270_2_EndeUmweltzone

     Zusatzzeichen zu 270-1 (Freistellung vom Verkehrsverbot)

     Z_270_Zusatzschild


Alle nicht unter die Ausnahmen fallende Kfz innerhalb der Umweltzone müssen die entsprechende Plakette haben; dies betrifft auch parkende Fahrzeuge. Ein Verstoß wird mit einem Bußgeld von 40,00 € und einem Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg geahndet.







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