Reparaturkosten-Übernahmebestätigung / Vorschusszahlung

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Reparaturkosten-Übernahmebestätigung / Vorschusszahlung


Eine Möglichkeit, dem Geschädigten an Stelle einer Vorschussleistung in Geld auf seinen Unfallschaden eine Finanzierungshilfe für die erforderlichen Reparaturkosten zu bieten, stellt eine Reparaturkosten-Übernahmebestätigung der eintrittspflichtigen Versicherung gegenüber der reparierenden Werkstatt dar.

In einem hierfür häufig verwendeten Formular weist der Geschädigte den Haftpflichtversicherer unwiderruflich an, mit befreiender Wirkung gegenüber dem Geschädigten die Ersatzleistung in Höhe der Reparaturkosten unmittelbar an die Werkstatt zu erbringen







Gliederung:





Allgemeines:

  • Reparaturkosten

  • Schadenspositionnen

  • Regulierungsdauer/Regulierungsfrist

  • OLG Düsseldorf v. 12.06.2006:
    Wird eine Versicherung in einem Reparaturkosten-Übernahme-Formular unwiderruflich angewiesen, die Reparaturkosten für den Fall der Bestätigung des Haftpflichtschadenfalls direkt an den Reparaturbetrieb zu zahlen, liegt darin eine Ermächtigung, mit befreiender Wirkung gegenüber dem Geschädigten direkt an die Werkstatt zu leisten; der Anspruch des Geschädigten auf den auf Ersatz von Reparaturkosten erlischt durch die Zahlung.

  • LG Hildesheim v. 13.11.2008:
    Der Geschädigte ist grundsätzlich gehalten, unverzüglich einen Reparaturauftrag zu erteilen und nicht die Kostenübernahmeerklärung des Haftpflichtversicherers abzuwarten. Seine Schadensminderungspflicht aus § 254 Abs. 2 BGB verletzt der Geschädigte, wenn er den gegnerischen Haftpflichtversicherer nicht über fehlende eigene Mittel und die Unmöglichkeit einer Krediterlangung informiert und deshalb um unverzügliche Übernahmeerklärung oder Vorschussleistung bittet.

  • AG Marburg v. 23.09.2013:
    Hat ein Mitarbeiter des Haftpflichtversicherers des Schädigers dem Geschädigten empfohlen, das Unfallfahrzeug in einer bestimmten Kfz-Werkstatt reparieren zu lassen, weil er dort auch einen Mietwagen gestellt bekomme, so kann der Geschädigte davon ausgehen, dass die Reparaturkosten zu 100% vom Haftpflichtversicherer übernommen werden. Der Versicherer muss sich insoweit an dem durch die Empfehlung des Mitarbeiters gesetzten Rechtsschein gemäß § 278 BGB festhalten lassen.

  • AG Nauen v. 08.09.2014:
    Der Geschädigte darf nach dem Unfallgeschehen nicht nur die Reparaturkostenübernahme der beklagten Haftpflichtversicherung, sondern auch das Gutachten des beauftragten Sachverständigen abwarten, um letztlich tatsächlich die Reparatur ausführen zu lassen.

  • AG Wittmund v. 16.02.2017:
    Die Frage der Reparaturfreigabe nach Vorlage eines Kostenvoranschlags bei einem hohen Sachschaden ist nicht vergleichbar mit der Forderung nach einer Kostenübernahmebestätigung nach Vorlage eines Sachverständigengutachtens. Zutreffend ist, dass der Geschädigte keinen Anspruch darauf hat, dass der Haftpflichtversicherer ihm das wirtschaftliche Risiko des zu erteilenden Reparaturauftrags durch eine sogenannte Übernahmebestätigung abnimmt. Etwaige Ungewissheiten zum Grund des Anspruchs, darüber, ob vielleicht eine Quotierung in Betracht kommt, darf ein Geschädigter nicht auf den Schädiger oder dessen Haftpflichtversicherer abwälzen.

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