OLG Oldenburg v. 04.11.1981:
Die Anmietung eines Pkw für 89 Tage zur Überbrückung der Reparatur eines Unfallfahrzeugs zu einem Preis von mehr als 12000 DM und für eine Fahrleistung von nur etwa 5600 km ist wirtschaftlich unvertretbar; bei einer voraussichtlichen Reparaturzeit von fast drei Monaten erfordert die Schadensminderungspflicht grundsätzlich die Beschaffung eines sogenannten Interimsfahrzeugs.
OLG Celle v. 24.10.2007:
Hat ein Geschädigter bereits vor einem Unfall ein neues Fahrzeug bestellt und hält sich die voraussichtliche Lieferfrist in vertretbarem Rahmen, so ist er nicht verpflichtet, einen Gebrauchtfahrzeug zur Überbrückung der Zeit bis zur Lieferung zu erwerben. Er kann stattdessen Ersatz für einen Mietwagen auch über die ansonsten übliche Zeit hinaus verlangen.
BGH v. 18.12.2007:
Dem Geschädigten kann über den vom Sachverständigen veranschlagten Zeitraum hinaus bis zur Lieferung des bereits vor dem Unfall bestellten Fahrzeugs Nutzungsausfallentschädigung zuzubilligen sein, soweit diese die wirtschaftlichen Nachteile, die durch den Ankauf und Wiederverkauf eines Zwischenfahrzeugs zusätzlich entstehen würden, nicht wesentlich übersteigt.
OLG Hamm v. 19.02.2010:
Der Vorwurf des Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht nach § 254 BGB durch unterlassene Beschaffung eines Interimsfahrzeugs setzt - wenn er begründet werden soll - die Darlegung und den Beweis von konkreten Umständen voraus, die eine temporäre Ersatzbeschaffung zumutbar gemacht hätten.
LG Frankfurt (Oder) v. 29.07.2010:
Nach einem unfallbedingten Totalschaden eines viele Jahre alten Fahrzeugs steht dem Geschädigten eine Ausfallentschädigung nur für die vom Kfz-Sachverständigen für erforderlich gehaltene Zeit zu. Bestellt der Geschädigte ein Neufahrzeug, muss er ggf. die lange Beschaffungsdauer mit der Anschaffung eines gebrauchten Interimsfahrzeugs überbrücken.
OLG Frankfurt am Main v. 28.10.2005:
Ist ein zur Reparatur erforderliches Ersatzteil nicht zu beschaffen und steht deshalb eine monatelange Wartezeit im Raum, so obliegt es dem Geschädigten, den Schädiger vor der Entstehung eines ungewöhnlich hohen Nutzungsausfallschadens zu warnen und eine im Verhältnis zum anstehenden Ausfallschaden deutlich geringeren Aufwand fordernde Interimsreparatur vornehmen zu lassen.
OLG Karlsruhe v. 10.02.2014:
Ist das verunfallte Fahrzeug mit einem geringen Kosten- und Zeitaufwand in einen verkehrssicheren Zustand zu versetzten, aufgrund dessen es in dem zu überbrückenden Zeitraum bis zur Auslieferung des Neufahrzeugs ohne Bedenken als Rettungswagen von der Klägerin eingesetzt werden kann, besteht der zu ersetzende Schaden in dem Wiederbeschaffungswert und den Kosten der "Notreparatur".
BGH v. 10.03.2009:
Steht dem Geschädigten nach einem Unfall über den vom Sachverständigen veranschlagten Zeitraum für die Ersatzbeschaffung eines Fahrzeugs hinaus bis zur Lieferung des bereits vor dem Unfall bestellten Fahrzeugs bei der gebotenen wirtschaftlichen Betrachtungsweise keine weitere Nutzungsausfallentschädigung zu, kommt auch ein auf die fiktiven Kosten für die Anschaffung eines Interimsfahrzeugs begrenzter Anspruch auf Nutzungsersatz nicht in Betracht.
LG Augsburg v. 10.11.2016:
Hat der Geschädigte bereits vor dem Unfall ein Neufahrzeug bestellt, ist er berechtigt Nutzungsausfall bis zur Zulassung des neuen Fahrzeuges geltend zu machen, wenn der Versicherer die Übernahme der Kosten eines Interimsfahrzeuges abgelehnt hat. Es ist dem Geschädigten dann nicht zuzumuten, den Ankauf eines Interimsfahrzeuges auf eigene Kosten zu tätigen. Der Anspruch auf Nutzungsersatz hängt unter dieser Voraussetzung nicht von der Erforderlichkeit gemäß § 249 BGB ab.
AG Berlin-Mitte v. 19.02.2014:
Wird bei einem Verkehrsunfall ein Taxifahrzeug total beschädigt und ist ein entsprechendes Ersatzfahrzeug mit Taxiausrüstung nicht beschaffbar, sodass der Geschädigte berechtigt ist, ein Neufahrzeug mit einer längeren Lieferzeit zu bestellen, so ist er im Rahmen seiner Schadensgeringhaltungspflicht gehalten, ein Interimsfahrzeug mit Taxiausrüstung zu erwerben, um einen größeren Verdienstausfallschaden (hier: 8.000 Euro) zu vermeiden. - Macht der Taxiunternehmer geltend, die Anschaffung eines Interimsfahrzeugs sei ihm finanziell nicht möglich gewesen, so muss er dies substantiiert darlegen.
OLG Düsseldorf v. 09.03.2021:
Zur Nutzungsausfallentschädigung bei unverschuldeter Reparaturverzögerung und Nutzung eines Drittfahrzeugs
Landgericht Köln v. 24.10.2025:
Zur Erstattungsfähigkeit von Mietwagenkosten nach Verkehrsunfall: Finanzielle Notlage des Geschädigten und 20%-Aufschlag
OLG Köln v. 13.02.2025:
Zur Erstattungsfähigkeit hoher Mietwagenkosten bei finanzieller Notlage und verzögerter Regulierung durch den Versicherer
Landgericht Aschaffenburg v. 28.09.2022:
Mietwagenkosten: Werkstattrisiko bei verzögerter Ersatzteillieferung; Erforderlichkeit von Winterreifen und Zustellkosten
Amtsgericht München v. 22.02.2022:
Zur Erstattungsfähigkeit von Mietwagenkosten: Werkstattrisiko und Abzug bei nicht als Selbstfahrervermietfahrzeug zugelassenem Ersatzfahrzeug
Amtsgericht München v. 14.05.2021:
Zur Begrenzung der Nutzungsausfallentschädigung bei verzögerter Reparatur aufgrund der Schadensminderungspflicht
Landgericht Aachen v. 20.05.2016:
Zur Erstattungsfähigkeit von Mietwagenkosten nach Verkehrsunfall bei langer Mietdauer, finanzieller Notlage und Sonderausstattung
Landgericht München v. 26.02.2026:
Zum Wahlrecht zwischen Mietwagenkosten und Nutzungsausfallentschädigung nach Verkehrsunfall und deren Berechnung
Landgericht Köln v. 02.06.2021:
Zur Dauer des Nutzungsausfalls bei Neupreisentschädigung und der Schadensminderungspflicht des Geschädigten
OLG Düsseldorf v. 13.04.2021:
Zur Begrenzung des Nutzungsausfallanspruchs bei Ersatzfahrzeugbeschaffung und Risiko späterer Mängel
OLG Köln v. 14.03.2019:
Erstattungsfähigkeit von Mietwagenkosten bei langer Mietdauer und 'Fracke'-Berechnung nach Verkehrsunfall
Amtsgericht Altena v. 23.02.2017:
Zur Nutzungsausfallentschädigung bei verzögerter Regulierung und der Darlegungs- und Beweislast für die Kreditaufnahme zur Schadensminderung.
Landgericht Bonn v. 01.06.2018:
Zur Erforderlichkeit von Mietwagenkosten bei langer Mietdauer und geringem Einkommen des Geschädigten
Amtsgericht Duisburg v. 05.01.2012:
Zur Erstattungsfähigkeit von Mietwagenkosten nach Verkehrsunfall: Berechnung des Unfallersatztarifs und Berücksichtigung von Zuschlägen
Landgericht Wuppertal v. 09.06.2011:
Leasingvertrag: Auslegung einer Bitte um Vertragsauflösung als Kündigung; Voraussetzungen der Kündigung wegen hoher Reparaturkosten
Amtsgericht Essen v. 27.06.2007:
Nutzungsausfallentschädigung bei wirtschaftlicher Unfähigkeit zur Ersatzbeschaffung oder Notreparatur nach Verkehrsunfall
OLG Düsseldorf v. 17.12.2007:
Zur Schadensminderungsobliegenheit bei geringem Reparaturaufwand und behaupteter Finanzierungsunfähigkeit
OLG Düsseldorf v. 19.11.2007:
Mietwagenkostenersatz für Taxi: Dauer der Anmietung und Berücksichtigung von Umrüstzeiten und Feiertagen