Keine direkte Verwendung des Atemalkoholergebnisses im Strafverfahren zum Nachweis absoluter Fahruntüchtigkeit
 

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Keine direkte Verwendung des Atemalkoholergebnisses im Strafverfahren zum Nachweis absoluter Fahruntüchtigkeit


Siehe auch Atemalkohol - Atemalkoholtest und Stichwörter zum Thema Alkohol




Bisher hat die Rechtsprechung es abgelehnt, im Strafverfahren Verurteilungen auf Grund von Atemalkoholmessergebnissen auszusprechen, da es an einer wissenschaftlich belegten Möglichkeit fehlt, eine Konvertierung der AAK in die BAK vorzunehmen.





Hierzu führen Lackner / Kühl, StGB, 25. Aufl. 2004, § 315 c Nr. 8 aus:
"Die Alkoholbestimmung aus der Atemluft wurde bisher zur abschließenden Feststellung noch nicht als hinreichend zuverlässig anerkannt (Bay JR 89, 79 mit Bespr Heifer NZV 89, 13 und Grüner JR 89, 80; Zweibrücken NJW 89, 2765; Karlsruhe NStZ 93, 554; Hamm NJW 95, 2425; Naumburg BA 01, 190 mit zust Anm Scheffler; LG Münster NStZ 92, 544; LG Gera DAR 96, 156; AG Westerburg NZV 95, 41; Grüner, Die Atemalkoholprobe, 1985; Grüner/Penners NJW 85, 1.277; Alck BA 88, 396; Wilske/Eisenmenger DAR 92, 41.; Pluisch/Heifer NZV 92, 337; Hentschel NJW 93, 1171, 1177; Schewe, Salger-FS, S 715, 716; Gilg/Eisenmenger DAR 97, 1; Iffland/Eisenmenger/Bilzer NJW 99, 1379; s auch Schoknecht ua BA 89, 71; Schoknecht BA 90, 145, alle mwN; krit zur geplanten Einführung von Atemalkoholmessgeräten Iffland NZV 95, 249 krit zur Zuverlässigkeit von „Alcotest 7110 Evidential” Iffland/Bilzer DAR 99, 1).

Ob sich daran durch Zulassung der AAK als Beweismittel im OWi-Verfahren nach § 24a I StVG etwas ändern wird, ist wegen möglicher Messunsicherheiten trotz strenger Anforderungen an die Atemmessgeräte für Strafverfahren zweifelhaft (vgl Hentschel NJW 98, 2385, 2388); eine Konvertierung der AAK in eine BAK ist nach rechts-medizinischen Erkenntnissen ausgeschlossen, so dass es jedenfalls für die Annahme alkoholbedingter Fahruntüchtigkeit (vgl 6) der Festlegung eigener AAK-Grenzwerte durch die Rspr bedürfte (Hentschel aaO S 2387; Sch/Sch-Cramer/ Sternberg-Lieben 16 zu § 316; Hentschel 52a zu § 316; s auch König LK 44–56; krit zur gegenwärtigen Festlegung von gesonderten Grenzwerten der AAK Riemenschneider, Fahrunsicherheit oder Blutalkohol als Merkmal der Trunkenheitsdelikte, 2000, S 250). Die Rspr hat bisher eine Verurteilung wegen absoluter Fahruntüchtigkeit allein auf Grund eines den Grenzwert von 0,55 mg/l erreichen-den bzw. übersteigenden AAK-Wertes abgelehnt (BGHSt 46, 359,373; vgl auch Naumburg NStZ-RR 01, 105)."







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