Zur Umrechnung des Alkoholgehalts nach Serum- oder Blutanalyse
 

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Zur Umrechnung des Alkoholgehalts nach Serum- oder Blutanalyse


Wird - wie normalerweise in strafrechtlichen Ermittlungsverfahren - Vollblut untersucht, dann ergeben sich nach den verschiedenen Analysemethoden bestimmte Promillewerte (‰). Wird hingegen die Alkoholanalyse am Serum durchgeführt, dann erhält man ein Ergebnis in Gramm pro Liter (g/l).

Solche Serum-Untersuchungen werden beispielsweise in Krankenhäusern nach Unfallverletzungen durchgeführt, um vor Operationen die alkoholische Beeinflussung des Patienten zu ermitteln.

Liegt ein Analyseergebnis vor, das aus Serum gewonnen wurde, dann muss - um einen entsprechenden ‰-Wert zu erhalten - eine Umrechnung erfolgen, bei der das Serum-Resultat durch 1,2 geteilt wird; das ‰-Ergebnis fällt also niedriger aus.





Diese Umrechnung ist nötig, weil das Serum zu 91 % aus Wasser besteht, das Vollblut hingegen nur zu 76 %. Aus diesem Unterschied ergibt sich der Umnrechnungsdivisor von 1,2.

So hat der BGH VersR 2002, 1413 ff. = NZV 2002, 559 f. = DAR 2003, 31 f, = VRS 104, 124 ff. = Blutalkohol 40, 371 ff. (Urt. v. 25.09.2002 - IV ZR 212/01) in diesem Zusammenhang einmal ausgeführt:
"Im Ergebnis wirkt es sich deshalb auch nicht aus, daß - was das Berufungsgericht übersieht - das Analysegerät des Krankenhauses eine Serumprobe analysiert und den ermittelten Wert nicht in Promille, sondern in Gramm Alkohol pro Liter Blutserum (g/l) ausgegeben hat. BAK-Werte beziehen sich hingegen üblicherweise auf Vollblut, sie werden in Milligramm Alkohol pro Gramm Vollblut (‰) angegeben. Das Berufungsgericht hätte deshalb eine Umrechnung vornehmen müssen, bei der das Ergebnis der Serummessung durch den Divisor 1,2 (der dem Quotienten der Wassergehalte von Serum - 91% - und Blut - 76% - entspricht) geteilt wird (vgl. dazu Schoknecht NZV 1990, 104 , 106). Die Messung hat in Wahrheit also nur 1,12 g/l oder 0,93‰ BAK ergeben."







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