Becker: Allgemeines zur Zuverlässigkeit der verschiedenen elektronischen Geschwindigkeitsmessungen
 

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Becker: Allgemeines zur Zuverlässigkeit der verschiedenen elektronischen Geschwindigkeitsmessungen


Siehe auch Geschwindigkeitsverstöße - Nachweis - standardisierte Messverfahren




Zur Zuverlässigkeit allgemein führt Becker "Geschwindigkeitsüberschreitungen im Straßenverkehr", 2000, S. 55 aus:
"Die elektronischen Geschwindigkeitsmessgeräte haben sich von der früher üblichen Einfach-Messung inzwischen zur wesentlich sichereren Mehrfach- bzw. Vergleichsmessung hinentwickelt. So hat das von seiner Logik her am einfachsten strukturierte Radarmessgerät TRAFFIPAX MESTA 204 DD G die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs nur einmal gemessen. Die mit einer aufwendigeren geräteinternen Logik arbeitenden MULTANOVA-Radargeräte messen ein Fahrzeug dagegen mehrmals. Ein geräteinterner Vergleich der Messwerte führt dann entweder zur Annullierung der Messung (falls sich die Messwerte zu stark voneinander unterscheiden) oder aber zu einer als relativ zuverlässig anzusehenden Messwertbildung.





Der Schritt von der Einfach- zur Mehrfachmessung ist auch bei den Lichtschrankengeräten (Weiterentwicklung des Zweifach- über Drei-fach- zum Vierfach-Lichtschrankengerät) und den Koaxialkabelgeräten (Weiterentwicklung des TRUVELO M 4 zum TRUVELO M 42) begangen. Diese Entwicklung trägt der Selbstverständlichkeit Rechnung, dass auch elektronische Geräte auf Dauer nicht störungsfrei arbeiten. Selbstkontrollen der Geräte sind deshalb notwendig. Sie sind um so notwendiger, wenn es sich um automatische, d.h. nicht von Polizeibeamten direkt über-wachte Geschwindigkeitsmessstellen handelt.

Bei einem Großversuch am 18. 03. 1997 auf dem Flugplatz Lahr wurden mit verschiedenen Geschwindigkeitsmessgeräten Messungen vorgenommen, um die Zuverlässigkeit der einzelnen Messmethoden im direkten Vergleich festzustellen. Dabei wurden auf einer geraden, 6,9 m breiten Fahrbahn im Abstand von 7,1 m zueinander die beiden Lichtschrankengeräte ESO uP 80 und ESO LS 4,0 sowie das Radargeschwindigkeitsmessgerät Multanova VR 6 F aufgestellt. Außerdem wurden in verschiedenen Entfernungen das Geschwindigkeitsmessgerät Leica und zwei Lasergeräte der Firma Riegl zum Einsatz gebracht. Die Versuchsreihen wurden so-dann mit einem leistungsstarken PKW durchgeführt, in den eine Geschwindigkeitsregelanlage eingebaut war. Nach Erreichen des jeweils festgelegten Geschwindigkeitsniveaus wurde der Tempomat aktiviert, so dass auf diese Art und Weise die Geschwindigkeit des Fahrzeugs während des Passierens der einzelnen Messgeräte weitgehend konstant blieb.

Bei den Versuchen wichen die Anzeigewerte sämtlicher Geräte um maximal 2 km/h voneinander ab, wobei der niedrigste Wert von dem ESO Gerät uP 80 gebildet wurde. Alle Anzeigewerte lagen mithin innerhalb der zulässigen Gerätetoleranzen."







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