Landgericht Dresden Urteil vom 30.06.2005 - 7 S 139/05 - Zur Einhaltung 130-%-Grenze durch Reparatur mit Gebrauchtteilen
 

Das Verkehrslexikon
 

Home  |   Webshoprecht  |   Datenschutz  |   Impressum  |     

 





 

 



LG Dresden v. 30.06.2005: Zum Recht des Geschädigten, nur bei fachgerechter Reparatur das Integrationsinteresse zu realisieren


Das Landgericht Dresden (Urteil vom 30.06.2005 - 7 S 139/05) hat entschieden:
Auch wenn die gutachterlich geschätzten Reparaturkosten doppelt so hoch liegen wie der Wiederbeschaffungswert, kann der Geschädigte nach den Grundsätzen der 130%-Rechtsprechung abrechnen, wenn er in deren Rahmen eine fachgerechte Reparatur - auch unter Verwendung von Gebrauchtteilen - nachweist.





Siehe auch Eigenreparatur - Reparaturdurchführung in Eigenregie und Integritätsinteresse und Ersatz der Reparaturkosten bis zu 130-% des Wiederbeschaffungswertes - die sog. 130-%-Grenze


Zum Sachverhalt: Die Kl. begehrt restlichen Schadenersatz aus einem Verkehrsunfall, für den die Bekl. allein haftet. Das eingeholte Schadensgutachten gibt die für eine Reparatur des klägerischen Fahrzeugs erforderlichen Kosten mit 3.711,49 EUR an, den Wiederbeschaffungswert mit 1.950,00 EUR und den Restwert mit 100,00 EUR. Die Kl. hat ihr Fahrzeug für brutto 2.536,48 EUR reparieren lassen, wobei zum Teil gebrauchte Ersatzteile Verwendung gefunden haben.

Die Bekl. hat den Schaden in Höhe des Wiederbeschaffungswertes abzüglich des Restwertes reguliert.

Die Kl. klagte weitere 686,48 EUR ein. Sie ist der Auffassung, die Bekl. habe die angefallenen Reparaturkosten in vollem Um-fang zu ersetzen, da der Integritätszuschlag von 30% lediglich geringfügig überschritten worden sei.

Das AG hat die Klage abgewiesen. Die Berufung der Kl. war erfolgreich.


Aus den Entscheidungsgründen:

"... Die Entscheidung beruht und steht in Einklang mit der Rechtsprechung des BGH. Die Kammer ist der Auffassung, dass auch bei Verwendung von Gebrauchtteilen eine fachgerechte Reparatur vorliegt. Außerdem ist die 130%-Grenze nicht völlig starr, es schadet nicht, wenn die 130%-Grenze wie hier um einen Bagatellbetrag überschritten wird. ..."







 Google-Anzeigen: