Das Verkehrslexikon

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Absehen vom Fahrverbot wegen besonderer Umstände bzw. wegen des Nachtatverhaltens




Gliederung:


-   Einleitung
-   Weiterführende Links
-   Allgemeines
- Einzelfälle



Einleitung:


Da jede Fahrverbotsentscheidung eine am Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zu orientierende Ermessensausübung zum Inhalt hat, wundert es nicht, dass von jeher in einer Anhäufung bestimmter atypischer und entlastender Tatumstände oder auch bei einem bestimmten Nachtatverhaltens von der Fahrverbotssanktion abgesehen wurde.

Allerdings muss auf den Ausnahmecharakter solcher Entscheidungen energisch hingewiesen werden. Gleichwohl ist es wichtig, sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass ein Fahrverbot nicht einfach schematisch verhängt werden darf; der Richter muss sich stets bewusst sein, dass er die Möglichkeit besitzt, von der Verhängung des Fahrverbots im Einzelfall abzusehen.

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Weiterführende Links:


Stichwörter zum Thema Fahrverbot

Fahrverbot im Strafverfahren

Regelfahrverbot

Fahrverbot bei Rotlichtverstößen - Einzelfälle

Fahrverbot bei Geschwindigkeitsüberschreitungen - Einzelfälle

Absehen vom Fahrverbot allgemein

Fahrverbot und sog. Augenblicksversagen

Absehen vom Fahrverbot wegen Existenzgefährdung oder drohendem Verlust des Arbeitsplatzes

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Allgemeines:


OLG Hamm v. 26.10.1995:
Es unterliegt der tatrichterlichen Würdigung bis zur Grenze des Vertretbaren, ob ein Fahrverbot wegen vieler Einzelumstände entbehrlich ist

AG Bad Segeberg v. 05.07.2005:
Absehen vom Fahrverbot nach Teilnahme an einem Kurs "Avanti" des TÜV Nord

AG Essen v. 25.11.2005:
Ein Absehen vom Fahrverbot kann auch bei 7 Voreintragungen gegen Erhöhung der Geldbuße auf 1.000 € ausnahmsweise gerechtfertigt sein, wenn der Betroffene nachweist, dass er in letzter Zeit - hier seit 2003 - nicht mehr im Straßenverkehr auffällig war und darüber hinaus ernsthaft an sich gearbeitet hatte - hier: Teilnahme an einem Aufbauseminar und verkehrspsychologischer Beratung.

OLG Bamberg v. 29.07.2015:
Von einem bußgeldrechtlichen Fahrverbot kann nicht mit der Begründung abgesehen werden, dass der Betroffene wegen des (bevorstehenden) Erreichens der "Punktegrenze" mit dem Entzug der Fahrerlaubnis zu rechnen habe, weshalb von einem Fahrverbot kein über eine gegebenenfalls erhöhte Geldbuße hinausgehender verkehrserzieherischer Effekt zu erwarten sei. - Aus der Natur des bußgeldrechtlichen Fahrverbots als Denkzettel- und Besinnungsmaßnahme folgt, dass die Notwendigkeit seiner Anordnung regelmäßig nicht allein dadurch in Frage gestellt wird, dass der Betroffene an einem freiwilligen Fahreignungsseminar teilnimmt

Bayerisches Oberstes Landgericht v. 28.09.2023:
Zum Absehen vom Regelfahrverbot bei Alkoholfahrt: Anforderungen an die Entkräftung der Indizwirkung

Bayerisches Oberstes Landgericht v. 06.07.2021:
Absehen vom Fahrverbot bei rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerung durch Aktenverlust

BayObLG v. 10.05.2021:
Zur Frage des Absehens von einem Fahrverbot bei beharrlichem Pflichtenverstoß trotz bereits verbüßten Fahrverbots

Amtsgericht Aachen v. 18.10.2018:
Ausnahmsweises Absehen vom Fahrverbot bei fahrlässigem Rotlichtverstoß mit Unfallfolgen

Amtsgericht Lüdinghausen v. 13.10.2014:
NEEDS_REVIEW: Titelzeile fehlt

OLG Hamm v. 23.07.2013:
Entfallen eines Fahrverbots bei fehlender Denkzettelwirkung durch zu langen Zeitablauf seit der Tat

OLG Köln v. 05.07.2013:
Anforderungen an die Begründung eines Fahrverbots bei Geschwindigkeitsüberschreitung und die Prüfung eines Härtefalls

OLG Hamm v. 21.12.2011:
Zum Absehen vom Regelfahrverbot bei Rotlichtverstoß eines Krankenhausarztes in Rufbereitschaft

OLG Düsseldorf v. 23.04.2010:
Zur Abgrenzung des Augenblicksversagens und zur beruflichen Härte als Absehensgrund vom Regelfahrverbot

OLG Hamm v. 04.03.2009:
Anforderungen an die Begründung des Absehens von einem Fahrverbot bei Geschwindigkeitsüberschreitung

OLG Hamm v. 30.06.2008:
Zum Absehen von einem Regelfahrverbot bei Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts

OLG Hamm v. 16.06.2008:
Zum Regelfahrverbot bei beharrlicher Geschwindigkeitsüberschreitung trotz Schwerbehinderung und Erhöhung der Geldbuße

OLG Hamm v. 23.07.2007:
Zur Ungeeignetheit eines Fahrverbots als Warnungs- und Besinnungsstrafe bei erheblichem Zeitablauf zwischen Tat und Verhängung.

OLG Hamm v. 01.03.2007:
Zum Absehen vom Regelfahrverbot bei Geschwindigkeitsüberschreitung wegen besonderer Härte und erhöhter Geldbuße

OLG Köln v. 03.11.2006:
Zum Absehen vom Fahrverbot bei drohender Existenzvernichtung eines selbstständigen Unternehmers

OLG Hamm v. 25.04.2006:
Zur Zumutbarkeit der Abmilderung beruflicher und wirtschaftlicher Schwierigkeiten infolge eines Fahrverbots

OLG Düsseldorf v. 23.03.2006:
NEEDS_REVIEW: Titelzeile fehlt

OLG Hamm v. 24.02.2006:
Qualifizierter Rotlichtverstoß: Kein Fahrverbot bei fehlender abstrakter Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer

OLG Hamm v. 09.09.2005:
Zur Hinweispflicht des Gerichts auf die Möglichkeit eines Fahrverbots bei fehlender Anordnung im Bußgeldbescheid

OLG Hamm v. 28.07.2005:
Zur Begründung des Fahrverbots: Notwendigkeit von Feststellungen zu persönlichen Verhältnissen und Absehensmöglichkeit

OLG Rostock v. 12.06.2008:
Kompensation (Absehen vom Fahrverbot)

Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken v. 12.02.2013:
Absehen vom Fahrverbot

Pfälzisches Oberlandesgericht Zweibrücken v. 22.02.2006:
Absehen vom Fahrverbot

OLG Celle v. 23.12.2004:
Absehen vom Fahrverbot

OLG Köln v. 03.03.2000:
Absehen vom Fahrverbot

OLG Köln v. 11.06.1999:
Absehen vom Fahrverbot

OLG Köln v. 16.07.1993:
Führerscheinentzug

OLG Koblenz v. 15.10.2025:
Augenblicksversagen (Fahrverbot)

OLG Frankfurt am Main v. 26.08.2010:
Absehen vom Fahrverbot

KG v. 02.02.2024:
Regelfahrverbot

KG v. 05.02.2019:
ViDistA

Amtsgericht Landstuhl v. 08.02.2016:
Nachschulung

Pfälzisches Oberlandesgericht Zweibrücken v. 10.12.2015:
OWi-Verfahren

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