Kosten der Beilackierung - Umlackierung
 

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Kosten der Beilackierung - Umlackierung


Ob eine Beilackierung tatsächlich notwendig ist, um einen angemessenen Wiederherstellungszustand des Unfallfahrzeugs herzustellen, kann oftmals erst bei tatsächlicher Reparaturdurchfürhung sicher beurteilt werden.

Aus diesem Grund wird in der Rechtsprechung überwiegend eine Ersatzfähigkeit der Beilackierungskosten im Rahmen einer abstrakten bzw. fiktiven Schadensabrechnung abgelehnt.








Gliederung:





Allgemeines:

  • Abstrakte bzw. sog. fiktive Schadensabrechnung - Abrechnung auf Gutachtenbasis

  • Einzelne Schadenspositionen in der Unfallregulierung

  • OLG Frankfurt am Main v. 19.02.1986:
    Bei Totalschaden eines Taxis braucht der Schädiger Umlackierungskosten zusätzlich zum Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs nicht zu ersetzen, wenn der Geschädigte entsprechende Aufwendungen nicht hatte..

  • KG Berlin v. 26.07.2001:
    Zum ersatzfähigen Schaden eines Unfallgeschädigten gehören auch die Kosten für die Umlackierung des Fahrzeugs, um wieder einen einheitlichen firmenspezifischen Farbton herzustellen. Ebenfalls zum ersatzfähigen Schaden gehören sämtliche nötigen Umbaukosten. Sowohl Umlackierungskosten wie sämtliche Umbaukosten können auch fiktiv abgerechnet werden.

  • LG Düsseldorf v. 23.12.2010:
    Zum ersatzfähigen Schaden eines Unfallgeschädigten gehören auch die Kosten für die Umlackierung des Fahrzeugs, um wieder einen einheitlichen firmenspezifischen Farbton herzustellen. Ebenfalls zum ersatzfähigen Schaden gehören sämtliche nötigen Umbaukosten. Sowohl Umlackierungskosten wie sämtliche Umbaukosten können auch fiktiv abgerechnet werden.

  • LG Berlin v. 23.08.2012:
    Ob eine Beilackierung erforderlich ist, kann erst beurteilt werden, wenn die zu reparierenden Teile Instand gesetzt und lackiert wurden. Denn erst dann wird sichtbar, ob sich ein farblicher Unterschied zu der ursprünglichen Lackierung ergibt. Dass vorliegend letztlich nicht geklärt ist, ob eine Beilackierung tatsächlich erforderlich ist, da die Klägerin nur fiktiv abrechnet, geht zu Lasten der Klägerin, die sich für diese Abrechnungsart entschieden hat und die die Darlegungs- und Beweislast für die Schadenshöhe trägt.

  • AG Aachen v. 11.12.2013:
    Eine Beilackierung ist nur dann ersatzfähig, wenn sie tatsächlich notwendig ist. Dies ist jedoch erst dann festzustellen, wenn eine Reparatur tatsächlich auch erfolgt ist. Im Rahmen einer fiktiven Abrechnung kann eine Erforderlichkeit nicht per se unterstellt werden.

  • AG Ratingen v. 07.01.2016:
    Ist nicht geklärt, ob eine Beilackierung tatsächlich erforderlich ist, weil diese Frage erst beurteilt werden kann, wenn die zu reparierenden Teile instand gesetzt und lackiert wurden, so geht dies zulasten des Geschädigten, der sich für eine fiktive Abrechnung entschieden hat und die Darlegungs-und Beweislast für die Schadenshöhe trägt.

  • AG Brandenburg v. 08.01.2016:
    Die Kosten einer Beilackierung sind in der Regel zu erstatten, wenn der Sachverständige die Beilackierung für erforderlich hält und diese Beilackierung dann auch tatsächlich ausgeführt wurde (§ 249 BGB).

  • AG Hannover v. 12.08.2016:
    Die Kosten für eine Beilackierung können grundsätzlich im Rahmen der fiktiven Schadenskostenabrechnung ersatzfähig sein. Dagegen spricht nicht, dass sich bei dieser Position möglicherweise bei der konkreten Reparaturmaßnahme herausstellen könnte, dass diese nicht erforderlich ist. Vielmehr liegt es gerade im Wesen der fiktiven Schadenskostenabrechnung, dass diese mit gewissen Unsicherheiten belegt ist.

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